Ein Dinosaurier im Museum – oder die Geschichte einer Freundschaft

Ein Dinosaurier im Museum – oder die Geschichte einer Freundschaft

„Was macht der Dino hier?“, fragt das kleine Mädchen im DB Museum Nürnberg seine Mutter. „Das wichtigste Selfie des Jahres“, lacht der große Mann mit dem Drei-Tage-Bart, nimmt die bunte Dinosaurier-Maske ab, tippt eine Nachricht in sein Handy und steckt es dann in die Hosentasche. „Jetzt muss der Dino aber leider auch schon wieder los.“ Und zwar zu seinem nächsten Lieblingsplatz in der Frankenmetropole. Denn Max ist gerade Chef-Entdecker für seine besten Freunde Anna und Tim – ganz wie früher im Kindergarten, als die Drei zum ersten Mal gespürt haben, wie großartig es ist, zusammen auf Entdeckungstour zu gehen: Anna am liebsten auf Plätze in schwindelerregender Höhe, Tim an unbekannte und exotisch anmutende Orte, Max in alles in und unter der Erde.

Schnitzeljagd mal anders

Heute muss der große Max also ein Überraschungsprogramm für seine beiden Freunde in ihrer aller Heimatstadt auf die Beine stellen. Das machen sie seit Jahren regelmäßig reihum: Sie wählen zusammen eine Stadt, und einer kümmert sich ums Programm, das die zwei anderen mithilfe von selbst geschossenen Fotos erraten müssen. Erlaubt ist, was gefällt. Einzige Bedingungen: ein Bahnhof und Dinge auf der Agenda, die sie auch als Kinder schon begeistert hätten. Denn eins ist klar, erwachsen sind sie zwar schon länger aber ihre Treffen sind auch immer eine kleine Reise in die gemeinsame Vergangenheit, in der sie an den Wochenenden oft alle zusammen mit ihren Eltern und der Bahn Bayern erobert haben.

Entdecker mit der Bahn

Also schnell auf zu einem Ort, der so ganz nach Max‘ Geschmack ist: die Lochgefängnisse und Felsengänge. Höhlenforscher ist er zwar doch nicht geworden, aber seine Leidenschaft für dunkle Gewölbe und geheimnisvolle Winkel ist ungebrochen. Und reisen, das hat ihn schon immer fasziniert. Einfach einsteigen und an einen anderen, ganz unbekannten Ort fahren – der kleine Max wollte raus aus Nürnberg. Erst mit Anna und Tim und der Regionalbahn in die fränkische Umgebung, später mit Interrail quer durch Europa und schließlich einmal um die Welt. Jetzt wohnt er wieder in Nürnberg und entdeckt seine alte Heimat neu. Apropos Genuss – er muss sich noch was Kulinarisches einfallen lassen. Schnell zum Eis im Glück, wo es extra für Anna, den Süßzahn, Quark-Sesam-Karamell- und Lebkucheneis gibt, Foto machen, und dann ab zum Bahnhof, die beiden Freunde am Zug abholen.

Bayern für alle

„Uaaaahhh!!!!“ Ein riesiger Dinosaurier-Kopf schießt auf die Zugtür zu. Annas Hand zuckt unwillkürlich vom Griff zurück und einen kurzen Moment fühlt sie sich wieder wie am ersten Kindergartentag, als genau dieses Monster zwischen den Mänteln an der Garderobe auf sie lauert und sie – die doch so wagemutige Astronautin in spe – tatsächlich zum Weinen bringt. Aber die große Anna lacht und wirft sich dem Dinosaurier in die Arme. „Das ruft nach Revanche“, grinst sie. „Wenn Ihr zu mir nach München kommt, hab‘ ich ein extra Schmankerl für Dich!“ Dort zieht gerade im neuen Werksviertel das Hi-Sky seine großen Kreise. Dreimal ist sie schon in dem 78 Meter hohen Riesenrad mitgefahren – und sie weiß ganz genau, dass bei der Höhe dem guten Max dann statt dem Schalk ein bissl Schweiß im Nacken sitzt. „Schmankerl mag ich. Vor allem, wenn man sie essen kann“, nuschelt Max unter seiner Maske. „Aber da vertrau ich vielleicht besser auf Tim?“ Der dritte im Bunde könnte auch ohne Probleme als Gastro-Kritiker durchgehen, so gut kennt er sich mit den schönsten Plätzen für Gaumenfreuden in ganz Bayern aus. Seine Faszination für andere Kulturen hat er sich bewahrt und entdeckt mit Begeisterung auf seinen Wochenend-Bahn-Touren durch die Region ungewöhnliche Orte – und immer ist auch die perfekte Einkehr mit dabei.

Auf immer Wiedersehen!

Jetzt steigt er gerade aus seinem Zug und schaut sich suchend am Bahnsteig um. Da stehen sie schon, die beiden Menschen, die zu seinem Leben gehören wie seine Familie: die kleine dunkelblonde Anna, die noch immer so strahlt wie vor 25 Jahren, und der Max mit dem Dinosaurier auf dem Kopf, der vom kleinsten zum längsten in ihrem Trio aufgeschossen ist. „Auf geht’s!“, ruft Max nach der stürmischen Umarmungsrunde. „Ich zeig Euch gleich das erste Foto.“ „Gaaaaaaanz ruhig“, lacht Tim. „Jetzt gibt es erst mal Würschtl im Bratwurstglöcklein. Dann folgen wir dem Dino auch überall hin.“ Arm in Arm verlassen die drei den Bahnhof – drei Freunde, die immer in Verbindung bleiben. Denn manchmal sind Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft nur ein Bahnticket entfernt!

Seite mit anderen teilen:

Schließen

Nichts gefunden? Vielleicht sind die schönsten Thermen Bayerns etwas für Sie?


Thermen suchen