Tour
Die Fürstbischöfe und der Fluss
Würzburgs alte Schätze auf beiden Seiten des Mains
Würzburg
4 h
8 km

Eckdaten zur Tour

Aus den unzähligen Schätzen Würzburgs auszuwählen ist schwer. An den Main geschmiegt liegt die schöne Universitätsstadt, von Weinbergen umgeben. Seit über 1000 Jahren prägen der Fluss und die wohlhabenden und mächtigen Fürstbischöfe mit ihrem baulichen Erbe das Leben und das Bild der Stadt.

Die Festung Marienberg oder die fürstbischöfliche Residenz, seit 1981 UNESCO-Weltkulturerbe, wären für sich schon Anlass genug für einen Besuch in Würzburg. Das gilt auch für die schönsten der vielen Kirchen der Stadt. Diese Tour verbindet die beeindruckendsten Sakral- und Profanbauten zu einer Stadt- und Uferwanderung, auf deren wortwörtlichem Höhepunkt am Fürstengarten ein atemberaubender Blick über die Stadt und den Main auf Sie wartet.

Eine Tour für Familien, Kulturliebhaber und Geniesser

Startbahnhof für diese Tour
Würzburg Hauptbahnhof
5 Tourstationen
8 km / 4 Stunden
Endbahnhof für diese Tour
Würzburg Hauptbahnhof

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Ablaufplan

Tourenstart am Würzburg Hauptbahnhof

Wegbeschreibung

Am Hauptbahnhof weist Sie der Frankenapostel Kilian auf dem Kiliansbrunnen mit seinem Segen in Richtung Innenstadt. Sie nicken ihm freundlich zu und entscheiden sich für einen anderen Weg. Auf dieser Tour werden Sie nur einmal die Altstadt durchqueren und sich sonst durch Grünanlagen, Weinberge und an Ufern entlang bewegen.

Wenden Sie sich zunächst nach rechts, um hinter dem Busbahnhof durch den Ringpark dem Mainufer entgegen zu gehen. Wenn Sie nach seinem Ende den Röntgenring und die Straßenbahnschienen überquert haben, promenieren Sie auf dem Kranenkai in Richtung Süden bis Sie mit dem namensgebenden Alten Kranen ein Wahrzeichen Würzburgs erreichen.


Alter Kranen

Der Main ist von alters her für den Transport und Handel von Holz genutzt und dieser Uferabschnitt bereits Mitte des 16. Jahrhunderts erstmals als Kai befestigt worden. Im 17. und 18. Jahrhundert wurde der Handelsverkehr regelmäßiger und der Fürstbischof Adam Friedrich von Seinsheim wollte mit seinem Auftrag für den Bau eines Hafenkrans diese Entwicklung stärken.

Der imposante barocke Kran wurde zwischen 1767 und 1773 erbaut und seit etwa 180 Jahren nicht mehr in Betrieb. Seine Technik im Inneren des Kranhauses ist aber noch heute vollständig erhalten und funktionsfähig. Für die maximale Hebekraft mussten bis zu zwölf Personen, sogenannte Kranen- oder Windenknechte, zwei Treträder mit einem Durchmesser von je über fünf Metern gleichzeitig in Gang setzen. Der längere der beiden Kranarme hat dann eine Tragkraft von höchstens einer Tonne, der drei Meter kürzere Arm schafft 1,2 Tonnen. Sie sind auf Walzen gelagert und können um 360 Grad gedreht werden.

Während früher rund um den Kran Handel getrieben wurde, ist der Alte Kranen heute ein beliebter Treffpunkt am Würzburger Mainkai.

Adresse


Wegbeschreibung

Sie setzen Ihren Weg am Mainkai fort, passieren den japanischen Garten und nehmen schließlich die Treppe hinauf auf Ihr zweites Ziel: die Alte Mainbrücke. Am Abend füllt sie sich nicht selten mit Einheimischen und Gästen, die beim berühmten „Brückenschoppen“ gesellig zusammenstehen. Ein Schoppen ist in Franken ein Viertelliter Wein, mit dem Sie die angrenzende Gastronomie und der Ausschank der Gebietswinzergenossenschaft gerne versorgt.


Alte Mainbrücke Würzburg

Wozu in die Ferne schweifen? Nicht wenige erinnert Würzburgs Alte Mainbrücke an die berühmte Prager Karlsbrücke. Die Ähnlichkeit der beiden steinernen Bogenbrücken ergibt sich unter anderem aus den Steinfiguren zu beiden Seiten der Fahrbahn. Die zwölf Brückenfiguren in Würzburg stammen aus dem Barock.

Die Alte Mainbrücke selbst ist allerdings wesentlich älter als die Figuren. Bereits um 1120 wurde hier der Fährbetrieb ersetzt durch eine erste, romanische Steinbrücke. Damals war der Main Transportweg für frei schwimmende Holzstämme, die dem Bau mit der Zeit stark zusetzten. Nach zwei Jahrhunderthochwässern in den Jahren 1342 und 1442 wurde das Bauwerk ab 1476 durch eine neue Brücke aus Naturstein ersetzt.

Bis 1886 war die Alte Mainbrücke der einzige Flussübergang in Würzburg. Bis ins 18. Jahrhundert war sie militärisch befestigt und fast vollständig mit Buden bebaut. Würzburg lag an der wichtigen Handelsstraße von Regensburg nach Frankfurt. Dieser Flussübergang ermöglichte der Stadt die Einnahme von Zöllen. Die mittelalterlichen Tore an ihren Zugängen wurden im 18. und 20. Jahrhundert abgerissen. Nach ihrer Sprengung durch deutsche Truppen im April 1945 wurden der vierte und der fünfte Bogen der Brücke im Frühjahr 1950 wiederaufgebaut. Seit 1990 kann der Main hier nur noch zu Fuß oder mit dem Fahrrad überquert werden.

Von der Alten Mainbrücke aus fällt der Blick auf viele Würzburger Sehenswürdigkeiten: auf die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung auf dem Nikolausberg, im Volksmund Käppele genannt – ein Spätwerk Balthasar Neumanns mit prachtvoller Rokokoausstattung – genauso wie auf die über der Stadt thronende Festung Marienberg und Deutschlands größte zusammenhängende Weinlage, den Würzburger Stein. Nicht zuletzt ist von der Brücke auch der „Alte Kranen“, ein barocker Hafenkran aus dem Jahr 1773, und die Turmsilhouette der Stadt zu sehen.


Wegbeschreibung

Es ist schön, die Festung Marienberg von hier unten aus zu betrachten, wie sie 100 Meter über dem Fluss aus steilen Weinhängen herausragt. Aber sind Sie nicht auch neugierig, welchen Ausblick Sie von dort über die Altstadt haben können?

Machen Sie sich auf zum Perspektivwechsel! Dazu wenden Sie sich am anderen Mainufer kurz nach rechts, um dann links auf die Tellsteige zu gelangen. Die führt Sie den Berg hinauf und um die Festung herum, die Sie auf der stadtabgewandten Seite betreten. Sie sind weit hinaufgestiegen und ganz tief in der Geschichte angekommen.


Festung Marienberg

Schon 1000 vor Christus befand sich hier eine keltische Ringwallanlage. Das älteste heute noch erhaltene Bauwerk der Festung ist eine kleine Rundkirche aus dem Jahr 704: die Marienkirche. Auch der 40 Meter hohe Bergfried und das Brunnenhaus mit der über 100 Meter tiefen Zisterne zeugen von der mehr als 1300-jährigen Geschichte der Festung Marienberg.

Um das Jahr 1200 begann der Bau einer ungewöhnlich großen Burg. Es folgten Erweiterungen und Ausbauten im Spätmittelalter und in der Renaissance. Von 1253 bis 1719 war die Festung Marienberg Sitz der Würzburger Fürstbischöfe. Eine Belagerung 1525 während des Bauernkriegs scheiterte, doch den Schweden gelang 100 Jahre später im Dreißigjährigen Krieg die Erstürmung. In der Folge wurde in der Zeit des Barock die Burg mit einem Kranz gewaltiger Bastionen umgeben.

Die Weinlage am Fuße der Festung ist der Schlossberg. Der Name ist verständlich, denn der vordere Teil der Festung ist wie ein Schloss angelegt. Er geht im Wesentlichen auf den Fürstbischof Julius Echter zurück, einem großen Bauherrn, Verwaltungsreformer und bedeutenden Vertreter der Gegenreformation, der 1617 auf der Festung Marienberg verstarb.

Am östlichen Ende der Festung ist auf einer ehemaligen Geschützplattform der 1300 Quadratmeter große Fürstengarten angelegt, eine Aussichtskanzel mit einem Garten im Stil der verborgenen Renaissancegärten Italiens. Er ist vom Burghof aus zugänglich und stammt ursprünglich aus den Jahren 1650 bis 1700. In den 1930er Jahren wurde er nach Plänen aus dem frühen 18. Jahrhundert wiederhergestellt.

Die weitläufigen Festungsanlagen reichen bis zum Main. Auf diesem Gelände entstand nach der Landesgartenschau von 1990 der Landesgartenschau-Park.

Adresse

Öffnungszeiten & Eintrittspreise


Wegbeschreibung

Für den Abstieg wählen Sie den ausgeschilderten Weg durch die Weinberge. Unten angekommen spazieren Sie am Ufer und der Schleuse entlang. Vielleicht haben Sie ja Glück und es wird gerade spektakuläre Ladung geschleust.

Von der Alten Mainbrücke geht es die Rampe hinunter und mitten hinein in die Altstadt. Hier können Sie sich ein Eis beim Eiscafé Fontana holen und das Rathaus Grafeneckart bewundern. Seit über 700 Jahren nutzt die Stadt dieses Gebäude als Rathaus. Der auf die Fassade gemalte Baum ersetzte schon im 16. Jahrhundert die Gerichtslinde vor dem Gebäude.

Sie schlendern die Domstraße herunter. Bevor Sie aber den Dom selbst besichtigen, machen Sie noch einen Abstecher über die Schustergasse und den Schmalzmarkt, denn das Neumünster wollen Sie nicht verpassen.

Seine barocke Westfassade aus rotem Backstein reiht sich in die Straßenfront ein und lässt kaum vermuten, welch schöner großer Innenraum sich hinter der Freitreppe verbirgt. Darunter, in der Krypta der Kirche, finden Sie den modernen Grabschrein der drei Frankenapostel Kilian, Kolonat und Totnan, Ziel der noch heute in Franken wichtigen Kilianswallfahrt.

Würzburg ist einzigartig. Hier liegen die schönsten Kirchen Tür an Tür.


Dom St. Kilian

Die viertgrößte romanische Kirche in Deutschland ist dem Schutzheiligen des Bistums geweiht, dem Frankenmärtyrer Kilian. Das heutige Bauwerk ist bereits die dritte Kirche an dieser Stelle und entstand zwischen den Jahren 1040 und 1075 unter den Bischöfen Bruno und Adalbero.

Der mächtige Innenraum überrascht durch seine interessante Mischung aus Kunst- und Architekturstilen von der Romanik bis zur Moderne. Beachtenswert sind die an den Pfeilern des Hauptschiffs aufgestellten Grabdenkmale der Würzburger Fürstbischöfe, insbesondere die von Tilman Riemenschneider erschaffenen Skulpturen von Rudolph von Scherenberg und Lorenz von Bibra.

In der Mitte des Hauptschiffs der Kirche fällt das romanische Taufbecken auf, auf der großen Empore an der Westseite des Langhauses die mächtige Klais-Orgel mit ihren 87 Registern und 6652 Pfeifen. Die wertvolle Domkanzel mit den vier Evangelisten im Fuß wurde zu Beginn des 17. Jahrhunderts von Michael Kern im Stil der Renaissance entworfen. Im linken Querschiff befindet sich der Zugang zu der von Balthasar Neumann gestalteten Grabkapelle der Familie Schönborn.

Adresse

Öffnungszeiten & Eintrittspreise


Wegbeschreibung

Wenn Sie mögen, statten Sie dem Lusamgärtchen an der Rückseite des Neumünsters einen Besuch ab. Ein Gedenkstein erinnert an den Minnesänger Walther von der Vogelweide, der 1230 vermutlich hier bestattet worden ist.

Gehen Sie rechts und an der Schönbornkapelle und den stattlichen Domherrenhöfen vorbei bis zum Residenzplatz. Oben auf dem Brunnen steht die Figur der Franconia, Schutzpatronin Frankens. Zu ihren Füßen sind drei Künstler zu sehen, deren Schicksal eng mit Würzburg verbunden ist: der Minnesänger Walther von der Vogelweide, der Bildhauer Tilman Riemenschneider und der Maler Matthias Grünewald.

Sie stehen direkt vor dem wohl berühmtesten Schmuckstück Würzburgs. Planen Sie unbedingt eine eine Stunde ein, um die Residenz auch von innen zu besichtigen.


Würzburger Residenz

Die Residenz ist „das einheitlichste und außergewöhnlichste aller Barockschlösser“. Mit dieser Begründung zählt sie seit 1981 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Würzburger Residenz ist das Werk des berühmten Architekten und fürstbischöflichen Oberbaudirektors Balthasar Neumann. Mitte des 18. Jahrhunderts bis zur Säkularisation, der Enteignung kirchlicher Besitztümer am Beginn des 19. Jahrhunderts, war die Residenz Sitz der Würzburger Fürstbischöfe.

Die Geschichte dieses prächtigen Bauwerks beginnt zu Anfang des 18. Jahrhunderts. Damals gewinnt Fürstbischof Johann Philipp Franz von Schönborn einen Unterschlagungsprozess und erhält 600.000 Gulden. Mit diesem Geld soll nun ein Schloss gebaut werden. Es ist das Zeitalter des Absolutismus, in dem der Herrscher Macht und Reichtum auch durch die Größe seines Wohnsitzes zu zeigen hat.

Fürstbischof von Schönborn beauftragt den bis dahin unbekannten Architekten Balthasar Neumann mit den Planungen. 1720 wird der Grundstein gelegt. 1744 ist der Rohbau fertig. Bei der Gestaltung der Innenräume werden namhafte europäische Künstler engagiert. Unter ihnen der Venezianer Giovanni Battista Tiepolo, der im Treppenhaus das größte zusammenhängende Deckenfresko der Welt erschafft. Außerdem der Stuckateur Antonio Bossi, berühmt für seine Arbeiten im Weißen Saal der Residenz. Die Baumaßnahmen enden nach fast 60-jähriger Bauzeit im Jahr 1778.

Die Würzburger Residenz ist am Ende insgesamt 168 Meter lang, 92 Meter tief und verfügt über 360 Zimmer, von denen heute etwa 40 besichtigt werden können. Unter der Residenz liegen die mächtigen barocken Gewölbe des Staatlichen Hofkellers, einem der drei großen Weingüter Würzburgs. Der Hofkeller geht auf eine Schenkungsurkunde von 1128 zurück. Damit ist es das älteste urkundlich belegte Weingut in Deutschland.

Prächtige schmiedeeiserne Tore zwischen dem Südflügel der Residenz und dem Gesandtenbau führen in den Hofgarten. Sein südlicher Teil präsentiert sich streng symmetrisch im französischen Barock. Kegelförmige Eiben rahmen die Brunnenanlage ein. Schon Balthasar Neumann hatte die Idee, die barocke Stadtmauer in die Gartengestaltung einzubeziehen. Dies geschieht im östlichen Garten, der im Stil italienischer Barockgärten gehalten ist, wo Terrassen auf halber Höhe zum Spazieren einladen. Besonders stimmungsvoll ist vor dieser Kulisse im Juni die Nachtmusik des Mozartfestes.

Adresse

Kontaktdaten

Öffnungszeiten & Eintrittspreise


Tourenende am Würzburg Hauptbahnhof

Wegbeschreibung

Haben Sie schon vom berühmten fränkischen Wein probiert? Goethe schrieb: „Kein anderer Wein will mir schmecken, und ich bin verdrüsslich, wenn mir mein gewohnter Lieblingstrank abgeht."

Auf der Nordseite des Residenzplatzes haben Sie in der Vinothek im Rosenbachpalais die Gelegenheit, die Weine des Staatlichen Hofkellers kennenzulernen. Der Staatliche Hofkeller war ohne Unterbrechung im Besitz der jeweiligen Macht im Land, von den Fürstbischöfen, über den bayerischen König bis zum heutigen Eigentümer, dem Freistaat Bayern.

Ihr Rückweg durchs Grüne beginnt mit einer Durchquerung des Hofgartens und führt sie abschließend wieder durch den Ringpark zurück zum Würzburger Hauptbahnhof.


Streckentypen

Fußweg
1,4 km
Fußweg
0,5 km
Fußweg
0,8 km
Fußweg
2,3 km
Fußweg
0,6 km
Fußweg
2,3 km

Tourkarte

Start/Ende

Würzburg Hauptbahnhof

Bahnhofplatz 4

97070 Würzburg

Weitere Ausflugsziele

24 Bierkeller in Forchheim

Brotzeit im Hofbräukeller München

Bayreuth: Stadtbad besuchen oder Shopping

Hoch hinaus: Mit dem Hubschrauber übers Allgäu

Das Wikingerdorf Flake in Kochel-Walchensee

Das Jagdmuseum in Mühldorf

Litzendorf Kirche, Foto: A. Hub
Bier, Barock und Levi Strauss

Zeughaus Schweinfurt, Foto: A.Anders
Museums-Hopping am Main

Weißkopfseeadler, Foto: Pixabay/Barni1
Fliegende und funkelnde Kostbarkeiten

Radfahren im Blauen Land, Foto: Wolfgang Ehn
Blauer Reiter, blaues Land

Bayreuther Opernstraße mit Opernhaus, Foto: Bayreuth Marketing & Tourismus GmbH, Meike Kratzer
Von Bayreuth zur Quelle des Roten Mains

Wasserspass im Freizeitpark „Villeneuve-sur-Lot", Foto: Michael Tonn
Kunst und Spiel

München und seine Sehenswürdigkeiten: Die Isarmetropole mit Kultur, Tradition und echt bayerischem Humor

Kirchgaden Schleerieth, Foto: F.Trykowski
Im Land der Bildstöcke

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