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Königliche Auszeit im oberfränkischen Coburg
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Königliche Auszeit im oberfränkischen Coburg

Royales Lebensgefühl mitten in Nordbayern: Wer sich für pittoreske Bauwerke in mittelalterlicher Kulisse begeistert und sich einen Tag lang wie ein Burgfräulein oder ein Schlossherr fühlen möchte, ist im oberfränkischen Coburg an der richtigen Adresse. Jetzt mit der Bahn entdecken!

Wer hat den schönsten Marktplatz im Bayernland?

Los geht die Reise zu den prächtigsten Orten der ehemaligen Residenzstadt Coburg! Vom Bahnhof sind es gerade mal zehn Minuten zu Fuß, bis Sie den historischen Marktplatz im Herzen der 41.000-Einwohner-Stadt erreichen. Gehen Sie nach rechts auf die Lossaustraße, weiter über die Itz und von dort immer geradeaus auf die Viktoriastraße. Von hier führt der Weg schnurstracks in die Judengasse, die sich durch die charmante Altstadt entlang der pastellfarbenen Häuserfassaden schlängelt und an Bayerns schönstem Marktplatz endet. Das Magazin GEO hat ihn 2018 mit diesem Titel geschmückt – und das zu Recht!

Wie aus einem Bildband entsprungen, leuchten Ihnen die markanten Bauwerke in all ihrer Pracht entgegen. Im Mittelpunkt des kopfsteingepflasterten Platzes steht die mächtige Bronzestatue des Prinzen Albert von Sachsen-Coburg und Gotha. Seine Prominenz hat er einzig und allein seiner Hochzeitsstrategie zu verdanken: 1840 heiratet der Coburger Prinz Königin Victoria von Großbritannien und Irland – die bedeutendste Monarchin ihrer Zeit. Das Denkmal stiftete die Queen in Gedenken an ihren viel zu früh verstorbenen Mann. Zur feierlichen Enthüllung im August 1865 reiste die „Großmutter Europas“ höchstpersönlich an. Dieser Beiname geht auf ihre vielen Nachkommen zurück, die bis heute im europäischen Hochadel vertreten sind, wie beispielsweise ihre Ur-Ur-Enkelin Queen Elizabeth II.

Bratwurst-Genuss vor historischer Kulisse

In Blickrichtung der Albert-Statue gen Süden sehen Sie das Rathaus aus dem 15. Jahrhundert, das später im Rokkoko-Stil dekoriert wurde. Den Giebel über der Rathausuhr ziert die Stadtpatron-Figur des Heiligen Mauritius. Sein Marschallstab ist exakt 31 cm lang und gilt auch heute noch als Richtmaß für die Coburger Bratwurst. Unter den Einheimischen ist die Figur nur als „Bratwurstmännle“ bekannt. Genießen Sie die über Kiefernzapfen gebrutzelte Spezialität direkt hier an einem der Stände, während Sie die farbenfrohen, unterschiedlichen Baustile um sich herum auf sich wirken lassen. Hinter dem Albert-Denkmal an der Nordseite des Platzes dominiert das Stadthaus. Eingerahmt durch zwei prachtvolle Coburger Erker besticht der freistehende Renaissance-Bau aus dem 16. Jahrhundert mit den Ritterfiguren auf dem Dach, die stolz in den Himmel ragen.

Ein Coburger Bussi „to go“

Ehe Sie Ihren Rundgang fortsetzen, biegen Sie noch schnell in die Rosengasse am südlichen Marktplatzende ein und holen sich beim Hoflieferanten Feyler ein „Coburger Schmätzchen“. Keine Sorge, dort werden keine Küsschen verteilt, sondern eine mit zwölf Gewürzen verfeinerte Lebkuchen-Variante, die der Bäckermeister Wilhelm Feyler 1892 erfunden hat. Sogar das schwedische Königshaus lässt sich die süße Nascherei aus Coburg an den Hof liefern.

Mit den Schmätzchen im Gepäck führt der Weg zurück zum Marktplatz am Stadthaus vorbei in die Herrngasse, in der sich nach wenigen Metern auf der rechten Seite die Tourist-Information befindet. Hier erhalten Sie neben einer kompetenten Beratung einen kostenfreien Stadtplan und können um 11 Uhr an einer Altstadtführung teilnehmen (Voranmeldung erwünscht). Wer die Stadt lieber auf eigene Faust erkundet, lässt sich via App auf einem Hörspaziergang begleiten. Direkt gegenüber der Tourist-Information ist die Haltestelle der gelb-grünen Bimmelbahn, die Sie in 15 Minuten hoch auf die Burganlage der Veste Coburg bringt. Die Fahrtzeiten erfahren Sie auf der Website.

30 Spielzimmer mit 900 Puppen

Bevor es hoch hinaus zur Veste geht, unternehmen Sie eine kleine Zeitreise in die Kindheit und schauen kurz im Puppenmuseum vorbei. Biegen Sie dafür am Ende der Herrngasse rechts in die Rückertstraße ab. Dort befindet sich nach wenigen Schritten bereits die Eingangstür. Die umfangreiche Sammlung verteilt sich über 30 Zimmer und zeigt die Entwicklung von der einfachen Spielpuppe über die Porzellan- bis hin zu den Klassikpuppen der Marke Schildkröt. Die Exponate stammen aus der Zeit zwischen 1800 bis 1960 und kommen überwiegend aus Franken, Thüringen und Frankreich. Gut zu wissen: Jeden zweiten Sonntag im Monat wirft der Puppendoktor Herr Packert in seiner Sprechstunde einen fachmännischen Blick auf „verletzte“ Puppen – auch beschädigte Teddys haben hier eine Aussicht auf „Heilung“.

Idyllisches Naturerlebnis mitten in der Stadt

Nächstes Etappenziel ist die Veste Coburg. Gehen Sie die Rückertstraße wieder zurück Richtung Schlossplatz. Hier haben Sie die Möglichkeit, am Theaterplatz mit Ihrem Bayern-Ticket die Buslinie Nummer 5 zu nutzen und in 15 Minuten die Veste Coburg zu „erklimmen“ (der Bus hoch zur Veste fährt alle zwei Stunden). Oder Sie spazieren die 1,5 Kilometer durch den knapp 30 Hektar großen Hofgarten. Der Zugang befindet sich im Osten des Schlossplatzes und führt über die Treppen an den langgestreckten Arkaden nach oben. Der Weg zur Burganlage ist mit grauen Stelen beschildert und dauert zwischen 30 und 45 Minuten. Zu entdecken gibt es in dem weitläufigen Landschaftspark-Idyll jede Menge: romantische Gartenpavillons, den großen Abenteuerspielplatz und einen duftenden Rosengarten – eingebettet in großzügige Wiesenflächen und sanft geschwungene Hügel. Hier regiert die Natur mit ihren lauschigen Plätzen und knapp 65 Baumarten. Kennen Sie schon den Kuchenbaum? Die Bezeichnung verdankt er seinen abgefallenen Blättern, die nach Lebkuchen riechen. Noch mehr Kuriositäten zur Flora und Fauna im Hofgarten können sie auf den Infotafeln nachlesen. Wer es genau wissen will, stattet dem Naturkunde-Museum einen Besuch ab. Mit über 700.000 Sammlungsstücken gilt es als das umfangreichste im Norden Bayerns.

Kultur und fränkische Kulinarik mit atemberaubender Aussicht

Geschafft! Nach 167 Höhenmetern liegt sie stolz und erhaben vor Ihnen, das Highlight unter den Sehenswürdigkeiten: die Veste Coburg. Den majestätischen Beinamen „Fränkische Krone“ hat die Burganlage ihrer weithin sichtbaren Lage auf einem Dolomitfelsen zu verdanken. Entsprechend einzigartig ist der atemberaubende Rundumblick über den Thüringer Wald bis zum Fränkischen Jura. Im Osten reicht die Sicht bis zum Frankenwald. Ausgestattet mit Eisentoren, Pechgruben und Kanonen hat die Veste zahlreichen Angriffen erfolgreich getrotzt. Die ältesten noch erhaltenen Teile des imposanten Bauwerks reichen zurück bis ins Jahr 1225. Die geschichtsträchtige Architektur zieht seine Besucher:innen vom ersten Moment in seinen Bann. Wandeln Sie im Inneren der Veste auf blaublütigen Spuren und bestaunen Sie die umfangreichen Kunstsammlungen des Hauses Sachsen-Coburg und Gotha: Vergoldete Hochzeitskutschen, strahlende Ritterrüstungen, rund 2.700 Gläser, Skulpturen und fürstliche Räumlichkeiten gibt es hier zu entdecken.

Schlemmen mit Aussicht: Wen der Hunger ruft, ist in der Burgschänke bestens aufgehoben. Bei schönem Wetter lädt die herrliche Terrassenaussicht zum Verzehr der deftigen, fränkischen Schmankerln ein. Auch im Innenbereich lässt es sich in rustikaler Atmosphäre zünftig speisen. Unbedingt probieren: den „Coburger Rutscher“ – eine Kloß-Spezialität, die aufgrund ihrer Konsistenz fast wie von selbst den Gaumen „runterrutscht“ und mit ihrem leckeren Geschmack für wahre Glücksgefühle sorgt.

Nach Ihrem ereignisreichen Burgabenteuer bringt Sie die Buslinie Nummer 5 in knapp 20 Minuten wieder zurück an den Bahnhof. Von dort geht es voller majestätischer Eindrücke mit der Bahn wieder zurück in die Heimat.

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Anreise
Königliche Auszeit im oberfränkischen Coburg

Coburg
Nächstgelegener Bahnhof
Coburg

Unser Tipp: Bitte prüfen Sie unbedingt vor Fahrtantritt Ihre Zugverbindung und die erwartete Auslastung.

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