Ausflugstipp

Die Lochgefängnisse und Felsengänge in Nürnberg

Nürnberg hat viele Attraktionen – ein paar davon verstecken sich unter der Erde.

Sie waren schon mal in Nürnberg? Aber von unten haben Sie die Stadt bestimmt noch nicht gesehen. In der fränkischen 500.000-Einwohner-Stadt gibt es gleich mehrere Möglichkeiten abzutauchen.

Zum Beispiel bei einem Besuch der berüchtigten Lochgefängnisse. Als im Jahr 1322 das Rathaus gebaut wurde, plante man im Kellergewölbe auch gleich ein Untersuchungsgefängnis ein, wo Verdächtigte und Angeklagte bis zu ihrer Urteilsverkündung festgehalten wurden. Heute können sich Besucher bei täglichen Führungen selbst ein Bild von den schrecklichen Haftbedingungen machen: Jede Zelle war gerade einmal zwei mal zwei Meter groß und komplett dunkel. Ebenfalls hier unten befindet sich die ehemalige Wohnung des Gefängniswärters – und die Folterkammer. Noch heute hängen hier Streck-Instrumente und Würge-Eisen – und lassen dem Besucher einen Schauer über den Rücken laufen bei der Vorstellung, wie Gefangene hier früher malträtiert wurden. Für Kinder sind die Lochgefängnisse daher nur bedingt geeignet – auf Rat des Betreibers sollten sie mindestens zehn Jahre alt sein, um sich nicht zu gruseln.

Nur 300 Meter von den Lochgefängnissen entfernt, befindet sich ein zweites unterirdisches Ausflugsziel: Die Felsengänge haben eine ebenso spannende Geschichte vorzuweise, wie die Lochgefängnisse, sind dabei aber weniger gruselig und somit auch für Kinder unter zehn Jahren geeignet. Hier handelt es sich um ein Stollensystem aus schmalen Korridoren, das unterhalb der Nürnberger Altstadt verläuft. Im 14. Jahrhundert wurde es dazu genutzt, Bier zu gären und zu lagern. Damals gab es ungefähr 40 Brauereien in der kleinen Stadt. Ein Gesetz verlangte, dass jeder, der Bier braute, einen eigenen Keller besaß. So entstanden die weitläufigen, auf mehrere Stockwerke verteilten Felsenkeller. Sie messen heute mehr als 20.000 Quadratmeter. Damit bilden sie das größte Felsenkellerlabyrinth in ganz Süddeutschland. Später im zweiten Weltkrieg schützten die unterirdischen Gänge viele Menschen während der Bombardierungen Nürnbergs. Heute wird ein kleiner Teil der Felsengänge wieder zur Bierlagerung verwendet. Hauptsächlich finden aber in dem riesigen Kellerlabyrinth Führungen statt.

Ausprobieren sollte man in jedem Fall die Führung „Rotes Bier in tiefen Kellern“. Hier dreht sich alles – na klar – ums Bier. Ein Guide verrät dabei alles Wichtige über die unterirdische Brautradition Nürnbergs – inklusive einer kleinen Bierprobe im Keller. Der Rundgang endet schließlich in der Bierothek mit einer weiteren Verkostung des Nürnberger Rotbiers. Am besten sorgen Sie dafür, vorab eine ordentliche Grundlage im Magen zu haben. Übrigens: Auch Kinder dürfen an der Führung teilnehmen, für sie gibt es aber selbstverständlich nur alkoholfreie Getränke. Für Kinder empfiehlt sich dennoch eher die Erlebnisführung „Schatzsuche“: Dabei machen sie sich gemeinsam mit einem Guide auf die aufregende Suche nach einem lang verschollenen Schatz. Noch spannender, gerade auch für Erwachsene, wird es bei der Führung „Let’s meet for a Walk in the Dark“. Mit Schutzhelm und Taschenlampe ausgestattet, stapfen Sie durch stockdunkle Kellergänge, während der Guide fesselnde Mythen und Legenden erzählt, die sich um die Stadt Nürnberg und ihre Felsengänge ranken.

Wenn Sie vom Mittelalter nicht genug bekommen können und es noch ein bisschen unter der Erde aushalten, empfehlen wir zum Abschluss des Tages das Kellerlokal Raubritter. Das Restaurant liegt nur 120 Meter von den Felsengängen entfernt und serviert im historischen Kellergewölbe des 15. Jahrhunderts mittelalterliche Speisen, wie Holzofenbrot mit Griebenschmalz. Natürlich bekommen Sie hier aber auch moderne fränkische Gerichte zu moderaten Preisen.

Aktuelle Infos, Eintrittspreise und Öffnungszeiten finden Sie hier.

Anreise:

Vom Hauptbahnhof Nürnberg erreichen Sie Ihr Ziel in nur 17 Minuten zu Fuß. Verlassen Sie den Bahnhof durch den Nordausgang über den Bahnhofsplatz und wenden Sie sich nach rechts. Nach 180 Metern geht es nach links vorbei am Frauentorturm in die Königstraße. Folgen Sie dieser für 600 Meter durch die Altstadt vorbei an der Lorenzkirche bis zur Museumsbrücke. Überqueren Sie hier die Pegnitz und gehen Sie weiter geradeaus auf den Nürnberger Hauptmarkt. Den Platz des Hauptmarktes überqueren und am Schönen Brunnen leicht rechts auf die Straße „Hauptmarkt“ einbiegen. Nach 140 Metern erreichen Sie den Rathausplatz. Das Ziel befindet sich zu Ihrer Rechten bei der Hausnummer 2.

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