Ausflugstipp

Die Plassenburg: Ein Streifzug durch Kulmbachs Geschichte

Im ehemaligen Herrschaftszentrum der Hohenzollern bieten vier Museen vielseitige Einblicke in die Geschichte der Stadt

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Wer schon mal in Kulmbach war oder dort vorbeigefahren ist, hat sie auf jeden Fall aus der Ferne gesehen: die Plassenburg. Majestätisch thront sie über dem 26.000-Einwohner-Städtchen. Dort ziert ihr Motiv zahlreiche Postkarten an den Ständern vor den Souvenirgeschäften. Die Kulmbacher sind zurecht stolz auf ihre Burg, in der einst das Herrschergeschlecht der Hohenzollern wohnte und regierte. Schließlich ist sie eines der imposantesten Renaissance-Bauwerke Deutschlands und immerhin schon 900 Jahre alt. Seit der ersten Erwähnung im Jahr 1135 wurde die Burg in mehreren Kriegen belagert, von Feinden gesprengt, diente als Zuchthaus und hielt unliebsame Familienmitglieder der Herrscher in ihren Türmen gefangen. Diese und viele weitere Geschichten erzählen die vier Museen, die sich hinter den Mauern der Plassenburg befinden.

Im Landschaftsmuseum Obermain vermitteln Möbel und Gemälde von früher dem Besucher ein Gefühl vom damaligen bürgerlichen Leben der Bewohner Kulmbachs. Hier hängt auch ein Replikat der Ebstorfer Weltkarte aus dem späten 13. Jahrhundert. Sie war die umfangreichste Weltkarte des Mittelalters, wobei sie keine maßstabgetreue Nachbildung der Erde darstellt, sondern das geschichtliche und theologische Wissen der damaligen Zeit abbildet. Unter den etwa 2.300 Zeichnungen befinden sich auch mehrere Abbildungen von Menschen und Fabelwesen. Ein Tipp: Auf der Karte ist auch die Plassenburg zu sehen. Wer findet sie zuerst?

Die größte Zinnfigurensammlung der Welt können Besucher im Deutschen Zinnfigurenmuseum bestaunen: 300.000 kleine Römer, Germanen, Ritter, Bauern und Märchenfiguren wohnen hier. Außerdem steht hier das größte Diorama der Welt – so nennt man einen Schaukasten, in dem eine Szene dargestellt wird. 19.385 aufwendig bemalte Zinnfiguren stellen den 26. November 1553 nach, als böhmische Truppen die Stadt Kulmbach beinahe komplett zerstörten.

Wie lebten die Hohenzoller damals auf der Burg? Das Museum Hohenzollern in Franken liegt im ehemaligen Wohnbereich der Herrscherfamilie und vermittelt den Besuchern einen Eindruck des barocken Lebens auf der Plassenburg. Weitere Museumsräume zeigen die Entwicklung der Burgeinrichtung vom Mittelalter bis zur preußischen Herrschaft.

Das Armeemuseum Friedrich der Große zeigt anschaulich, wie das Leben als Soldat im 18. Jahrhundert war: Wie wurden die Männer bezahlt, was genau ist ein Spießrutenlauf und bedeutete das Lagerleben für die Truppen Abenteuer oder Gefahr? Zusätzlich zu dieser Ausstellung können Besucher auch die weltgrößte Sammlung altpreußischer Schusswaffen und viele Fahnen und Gemälde bestaunen.

Öffnungszeiten: April bis Oktober: täglich 9 bis 18 Uhr
November bis März: täglich 10 bis 16 Uhr

Eintrittspreise: Erwachsene zahlen zwischen 4 und 4,50 Euro pro Museum. Für Studenten, Rentner und Behinderte kostet der Eintritt zwischen 3 und 3,50 Euro. Kinder bis 18 Jahre sind gratis. Eine Burgkarte für alle vier Museen gibt's übrigens für sieben Euro.

Nach dem Streifzug durch die Vergangenheit Kulmbachs knurrt bestimmt der Magen. Zum Glück ist das Frankenland berühmt für seine Küche. Eine besondere Spezialität in Kulmbach sind die „Blauen Zipfel“, eine Bratwurst, die in Essigsud gegart und anschließend mit Zwiebeln und Brötchen serviert wird. Im Restaurant Kommunbräu Kulmbach bekommen Sie eine Portion für 4,90 Euro. Und zur Wurst für die Erwachsenen vielleicht ein Bier aus der Region? Wo man schon mal hier ist. Schließlich ist Kulmbach mit seinen sieben Brauereien die inoffizielle Hauptstadt des Bieres. Im Kommunbräu können Sie neben dem klassischen Hellen und Bernstein-Bier jeden Monat eine besondere Bierspezialität kosten.

Anfahrt: Ab Bahnhof Kulmbach sind es 20 Minuten zu Fuß bis zur Burg. Spazieren Sie dazu zunächst vom Bahnhof auf der Heinrich-von-Stephan-Straße Richtung Osten. Nach etwa 90 Metern gelangen Sie an eine Kreuzung. Biegen Sie hier rechts ein auf die Kronacher Straße. Nach weiteren 140 Metern geht diese über in die Sutter Straße. Bleiben Sie einfach darauf und gehen Sie weiter bis links die Grabenstraße abführt. Biegen Sie dort ein und nach knapp 100 Metern gleich wieder rechts auf den Röthleinsberg. Nach 200 Metern geht es links in die Obere Buchgasse. Folgen Sie ihr bis zur Gabelung und drehen Sie sich dann rechts. Nun sollte die Straße „Festungsberg“ vor Ihnen liegen. Halten Sie sich links und folgen Sie ihr bis zum Ziel.

Das Kommunbräu Kulmbach liegt nur 14 Minuten Fußweg von der Burg entfernt. Sie laufen einfach wieder über den Festungsberg, über die Sie gekommen sind, zurück. Bei der Oberen Buchgassen biegen Sie scharf rechts ab und folgen dieser, bis der Weg eine Gabelung macht und Sie links in das Gutmannsgäßchen einschlagen. Folgen Sie ihm bis zur Fischergasse und biegen dort rechts ein. Die Straße wird sehr bald zur „Grünwehr“. Sie bleiben auf der Straße bis zur Abzweigung und halten sich dann rechts. Die Adresse ist: Grünwehr 17.

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