Ausflugstipp

Das Pompejanum in Aschaffenburg

Eine Entdeckungsreise zu den Ursprüngen der europäischen Kunst.

König Ludwig I. nannte die Stadt Aschaffenburg schwärmerisch das „bayerische Nizza“. Wegen des milden Klimas erhob der kunstsinnige Monarch Aschaffenburg am Main zu seiner Sommerresidenz und baute die Stadt großzügig aus. Zu den Zeugnissen dieser Epoche zählt unter anderem das Pompeijanum. Das Museum im Stile der „Casa dei Dioscuri“, einer pompeijanischen Stadtvilla, thront eindrucksvoll über den Weinbergen entlang des Mains. Das Pompeijanum ist perfekt mit dem Zug zu erreichen, denn es liegt nur einen zehnminütigen Spaziergang vom Hauptbahnhof Aschaffenburg entfernt.

Auch architektonisch bietet das Pompeijanum den Besuchern einige Besonderheiten. So beeindruckt insbesondere das „natürliche“ Beleuchtungssystem: Das Gebäude selbst ist beinahe fensterlos. Licht erhält es fast ausschließlich über die beiden Innenhöfe – und durch die Lichtreflektion im Atrium. Auch das Atrium selbst ist ein kleines Kunstwerk: Flankiert von langen Säulen und mit Mosaikfußböden verziert, erstreckt sich über diesem rechteckigen, in der römischen Architektur typischen Raum eine Decke, an der sich zahlreiche Abbildungen phantasievoller Fabelwesen tummeln. Im Inneren erwarten den Besucher Zeugnisse längst vergangener Zeiten. Zu den dauerhaft ausgestellten Objekten zählen originale Bronze- und Marmorplastiken, aber auch Kleinkunstwerke und Alltagsgegenstände. Sie geben einen tiefen Einblick in die Lebens- und Glaubenswelt des antiken Rom. Die großformatigen Wandfresken im pompejanischen Stil lassen die prachtvolle Ausstattung römischer Patriziervillen wieder auferstehen. Zusätzlich stellen regelmäßige Sonderausstellungen  immer wieder einen willkommenen Anlass dar, das Pompeijanum auch mehr als einmal zu besuchen.

Wer noch tiefer in die Materie einsteigen möchte, für den bietet das Museum eine vielfältige Auswahl kostenpflichtiger Überblicks- und Themenführungen für Erwachsene, aber auch eine kostenlose Führung via Smartphone, die sich speziell an Kinder von sechs bis zehn Jahren richtet. 

Aktuelle Infos, Eintrittspreise und Öffnungszeiten finden Sie hier.

Wer das Pompeijanum in Aschaffenburg besucht, sollte sich keinesfalls den Blick vom Aussichtspavillon im zweiten Stock entgehen lassen: Von hier aus hat man eine eindrucksvolle Sicht über die fränkischen Weinberge, die Flusspromenade und eine mediterran anmutende Gartenpartie. Zwischen Zedern, Agaven, Feigen- und Mandelbäumen genießt man hier den milden Duft des Südens: Das „bayerische Nizza“ lässt grüßen.

Ganz in der Nähe des Pompeijanums, nur 13 Minuten entfernt, wartet ein weiteres eindrucksvolles Gebäude auf Entdeckung: das Schloss Johannisburg.

Die Vier-Flügel-Anlage, eine der bedeutendsten Schlossbauten der deutschen Renaissance, war bis 1803 die Nebenresidenz der Mainzer Kurerzbischöfe. Wichtiger Hinweis: Da das Schloss voraussichtlich noch bis 2020 generalsaniert wird, ist eine Besichtigung bestimmter Sehenswürdigkeiten – wie der Schlosskapelle, der fürstlichen Gemächer oder auch der Staatsgalerie – nicht oder nur eingeschränkt möglich. Besucher sollten sich in jedem Fall vor ihrem Aschaffenburg-Trip auf der Website informieren. Vorteil für alle Bahnreisende: Dank des Bayern-Tickets zahlen sie nur den ermäßigten Eintrittspreis.

Ganz sicher geöffnet und in jedem Falle sehenswert ist die weltweit größte Sammlung korkgefertigter Architektur-Modelle: Das Schluss Johannisburg beherbergt 45 Nachbauten von Gebäuden des antiken Rom, entstanden im Zeitraum zwischen 1792 und 1854.

Für einen gelungenen Tagesabschluss empfiehlt sich ein Abendessen in der Weinstube Kitz, die auf fast halber Strecke zwischen Pompeijanum und Bahnhof und quasi auf dem Heimweg liegt. Vom Schloss Johannisburg aus geht man sogar nur fünf Minuten. Die Weinstube bietet hungrigen Tagesausflüglern regionale und saisonale Speisen zu gehobenen Preisen in historischem Ambiente. Das denkmalgeschützte Gasthaus existiert bereits seit 1803 im Herzen von Aschaffenburg.

Anreise:

Mit der Bahn nach Aschaffenburg. Ab Hauptbahnhof Aschaffenburg erreicht man in knapp zehn Minuten das Pompeijanum. Den Bahnhof Aschaffenburg Richtung Ludwigstraße verlassen, dann rechts der Straße nach Westen folgen und nach etwa 300 Metern links in die Kolpingstraße abbiegen. Nach wenigen Minuten die Hanauerstraße überqueren und im Anschluss weiter auf der Karlstraße bleiben. Nach etwa 50 Metern geht die Karlstraße in die Straße Kapuzinerplatz über, weiter geradeaus laufen und dem Verlauf der Straße nach rechts folgen. Es wird ein weitläufiger Garten erreicht, der auf einem schmalen Weg durchquert werden kann und an dessen Ende das Pompejanum liegt.

Anreise Weinstube Kitz

Auf dem Weg zur Weinstube Kitz vom Pompeijanum aus erneut dem schmalen Weg durch den Garten folgen bis zur Straße Kapuzinerstraße. Dieser folgen, bis rechts die Karlsstraße abgeht. Dort einbiegen und der Karlsstraße rund 160 Meter folgen. Dann links auf die Erthalstraße abbiegen, um gleich wieder rechts in die Agathaplatz-Straße einzubiegen. Die Straße geht nach 60 Metern in die Treibgasse. Dort befindet sich auf der rechten Seite das Ziel, die Weinstube Kitz.

Vom Schloss Johannisburg aus den Schlossplatz überqueren und der Luitpoldstraße 130 Meter folgen, bis auf linker Seite die Treibgasse abgeht. Dort einbiegen, nach 120 Metern erreichen Sie das Restaurant.

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