Frühlingserwachen in Bayern: Mit der Bahn in die Blütenpracht

Der bayerische Frühling lockt mit einem farbenfrohen Naturschauspiel – von lila Krokusteppichen in den Allgäuer Bergen bis zu zartrosa Magnolienbäumen in historischen Parks. Und das Beste: Alle diese Blüten-Hotspots erreichst du entspannt und nachhaltig mit der Bahn.

Eine Frau steigt auf einen Berg und blickt in die Ferne auf andere Berge

Aschaffenburg: Magnolien-Märchen im Park Schöntal

  • Blütezeit: Start der Blüte Ende  März bis Anfang April (Dauer: je nach Wetter, nur wenige Wochen)
  • Besonderheit: Größter Magnolienhain Bayerns – die Tulpen-Magnolien bilden ein rosa-weißes Blütenmeer, märchenhaft schön vor historischer Kulisse.
  • Erreichbarkeit: Bahnhof Aschaffenburg Hbf – ca. 15 Minuten Fußweg bis Park Schöntal/Magnolienhain.

Aschaffenburg trägt nicht umsonst den Beinamen „Bayerisches Nizza“. Hier gedeihen mediterrane Pflanzen und früh blühende Bäume besonders prächtig. Ein Highlight ist der Magnolienhain im Stadtpark Schöntal. Ende März taucht Bayerns größter Magnolienhain den Park in ein pastellrosa Blütenmeer. Etwa 42 Magnolienbäume (Tulpen-Magnolien) stehen hier dicht beieinander – die zarten Blüten vor dem tiefblauen Frühlingshimmel und den alten Parkmauern ziehen Fotograf:innen magisch an.

Der Magnolienhain liegt am südlichen Rand des Schöntal-Parks, nur wenige Gehminuten von der Altstadt entfernt. Vom Aschaffenburger Hauptbahnhof spazierst du durch die Innenstadt zum Park. Dein Weg führt dich am imposanten Schloss Johannisburg vorbei. Kurz darauf erreichst du die Stiftsbasilika St. Peter und Alexander: Die älteste Kirche Aschaffenburgs geht auf das 10. Jahrhundert zurück und prägt mit ihrem eleganten Turm bis heute das Stadtbild. Von dort sind es nur noch wenige Schritte bis zum Parkeingang.

Tipp: Unter den weit ausladenden Ästen findest du aber immer ein ruhiges Plätzchen auf einer Bank, um das duftende Blütendach über dir zu genießen. Die Farben wechseln je nach Sorte von reinweiß bis kräftig rosa; ein sanfter Wind lässt die Blütenblätter wie Konfetti zu Boden segeln.

Neben den Magnolien hat Aschaffenburg noch mehr Frühling zu bieten: Im Park Schöntal selbst sprießen auch Narzissen und Tulpen entlang der Wege, und im benachbarten Schlossgarten blühen später im Frühjahr Rhododendren.

Für eine Stärkung bieten sich das Wirtshaus „Hofgarten“ mit Biergarten oder das italienische Restaurant Da Claudio an, die sich beide in der ehemaligen Orangerie an der Ostseite des Parks befinden. Hier sitzt du quasi mitten im Magnolienhain. Wenn abends die letzte Blüte geschlossen ist, spaziere gemütlich zurück zum Bahnhof. Mit der Bahn geht’s entspannt wieder heim.

 

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Oberstaufen (Allgäu): Krokusblüte am Hündle

  • Blütezeit: Start der Blüte Mitte/Ende März bis ca. Mitte April
  • Besonderheit: Über 1 Million Wildkrokusse bilden einen 20 Hektar großen lila-blauen Blütenteppich auf den Bergwiesen – einzigartig in Bayern!
  • Erreichbarkeit: Bahnhof Oberstaufen (Allgäu-Bahn). Von dort ca. 5 km zum Hündle: Buslinie 39 bis Haltestelle „Hündlebahn“ (ca. 10 Min), dann per Sessellift oder zu Fuß auf den Berg.

Wenn der Winter im Allgäu geht, kommt am Hündle der große Auftritt der Wildkrokusse. Auf rund 20 Hektar Bergwiese bei Oberstaufen sprießen alljährlich im Frühling Abertausende lilafarbene und weiße Krokusblüten aus dem Boden. Innerhalb weniger Tage verwandelt sich die Almfläche in einen leuchtend violetten Blütenteppich. Weil das Hündle relativ niedrig liegt (ca. 1.100 m), beginnt die Blüte oft schon Ende März, kurz nachdem der letzte Schnee geschmolzen ist. Bis etwa Mitte April kann man das Farbwunder bewundern, danach sind die Krokusse verblüht.

So gelangst du zur Krokusblüte: Fahre mit der Bahn nach Oberstaufen. Von Oberstaufen Bahnhof bringt dich der Bus 39 direkt zur Talstation der Hündle-Bergbahn. Am bequemsten schwebst du mit der Gondel hinauf zur Bergstation. Ein markierter Panoramaweg führt etwa 30 Minuten leicht bergauf zur Hochsiedel-Alpe. Unterwegs säumen immer mehr lilablaue Punkte die Wiesen, bis sich schließlich vor der Almhütte ein endloser Krokusteppich ausbreitet. Mit Blick auf die noch schneebedeckten Nagelfluhkette-Gipfel erwarten dich überall Krokusse, soweit das Auge reicht.

Für dein leibliches Wohl kehrst du am besten in die Berggaststätte Hündle an der Bergstation ein oder bringst von zuhause eine kleine Brotzeit mit. Anschließend geht’s zurück zur Bergstation und mit der Bahn hinunter ins Tal. In Oberstaufen kannst du den Frühlingstag gemütlich im Oberstaufen Park ausklingen lassen, bevor du den Zug zurück nimmst.

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Freising: Frühlingserwachen in den Weihenstephaner Gärten

  • Blütezeit: Start März, Dauer bis Mai – laufender Wechsel der Frühjahrsblüher (Krokusse, Narzissen, Tulpen, frühe Stauden).
  • Besonderheit: Schau- und Sichtungsgärten einer Gartenbau-Hochschule – buntes Potpourri an Blumen & Bäumen im Wechsel der Jahreszeiten. Panorama-Blick über Freising inklusive!
  • Erreichbarkeit: Bahnhof Freising. Von dort 20 Minuten zu Fuß (1,5 km, bergauf) oder Stadtbus Linie 639 bis Haltestelle „Weihenstephaner Berg“, direkt am Garten.

Nicht nur Bierfreunde kennen Weihenstephan, auch Gartenfans geraten hier ins Schwärmen. Auf dem Weihenstephaner Berg in Freising liegen mehrere zusammenhängende Schaugärten, die vom Wissen der ansässigen Gartenbau-Uni profitieren. Sobald der Schnee getaut ist, sprießen hier die ersten Frühblüher. Im März leuchten Hunderte Krokusse und Schneeglöckchen auf den Rasenflächen. Kurz darauf folgen Narzissen und Tulpen. In den Weihenstephaner Gärten erlebst du die ganze Bandbreite der Pflanzenwelt: Bäume und Sträucher, Stauden und einjährige Blumen, liebevoll arrangiert und beschildert.

Die Gartenanlage ist weitläufig und in Themenbereiche unterteilt. Schon am Eingang erwartet dich der berühmte Staudensichtungsgarten – im Frühjahr ein Meer aus Tulpen und früh austreibenden Stauden. Weiter oben auf dem Gelände findest du den Obstlehrgarten und den Duft- und Aromagarten, der ab April mit Blütenduft betört. Dazwischen immer wieder lauschige Plätze: eine mit Magnolien gesäumte Wiese, ein Teich mit Schwertlilien (später im Jahr) und Bänke unter blühenden Zierkirschen. Apropos Zierkirschen: In einem Teil des Parks blühen im April sogar japanische Kirschbäume – ein kleiner Hanami-Spot, der in Freising eher unbekannt ist (Münchens Kirschblüten-Hotspots sind dagegen Olympiapark und Westpark). Hier oben hast du also fast ein Privat-Hanami mit Aussicht!

Gut zu wissen: Die Weihenstephaner Gärten sind ganzjährig frei zugänglich, einzelne Einrichtungen oder Gewächshäuser können jedoch zeitweise geschlossen sein. Aktuelle Hinweise findest du auf der offiziellen Website der Hochschule.

Fürs leibliche Wohl ist ebenfalls gesorgt: Gleich nebenan liegt der traditionelle Weihenstephaner Bräustüberl-Biergarten unter Kastanien. Ein kühles Weißbier und eine Brotzeit runden den Frühlingsausflug ab. Danach geht’s bergab zurück Richtung Bahnhof Freising.

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Würzburg: Blütenpracht im Residenz-Hofgarten

  • Blütezeit: Ab März erste Frühblüher wie Krokusse, Tulpen und Narzissen. Ab Anfang/Mitte April für etwa ein bis zwei Wochen Blüte der orientalischen Zierkirschen im Südteil des Hofgartens.
  • Besonderheit: Barockgarten + Frühblüher = märchenhafte Kulisse. Zartes Frühlingsgrün kombiniert mit bunten Farbtupfern und den kunstvoll geschnittenen Buchshecken.
  • Erreichbarkeit: Bahnhof Würzburg Hbf – ca. 15 Minuten zu Fuß bis zur Residenz (1,2 km geradeaus durch die Kaiserstraße). Alternativ Tram 1 oder 4 bis „Dom“ oder Bus zur „Residenzplatz“-Haltestelle (wenn man wenig laufen möchte).

Würzburg gilt als „Stadt der Romantik“ und im Frühling macht die Residenz diesem Ruf alle Ehre. Der barocke Hofgarten erwacht zum Leben: Im Westteil blühen bereits im März die Küchenschellen und Krokusse auf den Rasenflächen, etwas später folgen Tulpen und Narzissen. Im Nordgarten recken Magnolien ihre riesigen Blüten gen Himmel (ebenfalls im April), und der angrenzende Ringpark leuchtet in frischem Maigrün. Die Residenz selbst ist natürlich ebenfalls einen Besuch wert, doch an einem sonnigen Frühlingstag zieht es einen fast automatisch nach draußen in die Gärten.

Ab Anfang April öffnen sich die orientalischen Kirschblüten in der Südparterre-Anlage und tauchen die Allee in ein pastelliges Rosa. Die Kulisse aus barocker Architektur und Blütenmeer ist einmalig: Morgens glitzern die Tautropfen an den Blüten und es duftet süßlich – ein Hanami-Erlebnis wie im Bilderbuch, aber mitten in Unterfranken.

Tipp: Vom Residenzplatz weiter durch die Altstadt schlendern zur Alten Mainbrücke, wo man mit einem Glas Frankenwein auf den Frühling anstoßen kann, während hoch über einem die Festung Marienberg thront.

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Bamberg: Magnolientraum am Schillerplatz

  • Blütezeit: Start Anfang April (je nach Wetter) – Riesige Magnolie am Schillerplatz Bamberg, voller rosa Blütenblätter (Hingucker für ca. 7–10 Tage). Weitere Magnolien in der Altstadt (z. B. am Rathaus und am Michelsberg) zeitgleich.
  • Besonderheit: Der Schillerplatz vor der Alten Hofhaltung beherbergt Bambergs berühmteste Magnolie, die zur Blüte Touristenmagnet ist.
  • Erreichbarkeit: Bahnhof Bamberg. Von dort Bus (Linie 910) bis Haltestelle „ZOB“ oder „Domplatz“ (5 Min Fahrt), dann wenige Schritte zum Schillerplatz. Zu Fuß etwa 20–25 Minuten (1,8 km) durch die Altstadt.

Im fränkischen Bamberg – ohnehin für seine Altstadt berühmt – gibt es im Frühling ein besonderes Naturschauspiel: die Magnolienblüte am Schillerplatz. Direkt neben dem barocken Gebäude der Universität (ehemalige Alte Universität) steht eine uralte Magnolia soulangeana, die jeden April ihre hunderten rosa-weißen Blüten öffnet. Der Baum ist so groß wie ein Haus und vollständig mit Blüten bedeckt.

Bamberg lässt sich hervorragend zu Fuß erkunden. Vor allem, wenn sich im Frühling an vielen Ecken erste Farbtupfer zeigen: Im Hainpark blühen Zierkirschen und Forsythien, entlang der Regnitz sieht man frisches Grün und Blumenrabatten. Doch die Magnolien stehlen die Show. Neben dem Schillerplatz-Exemplar gibt es noch eine bekannte Magnolie am Gabelmann-Brunnen in der Fußgängerzone und eine im Innenhof der Alten Hofhaltung (dort manchmal Einlass nur mit Domticket). Wer durch die Gassen streift, findet immer wieder hübsche Details. In Vorgärten blühen Obstbäume und zur Osterzeit werden in Bamberg sogar einige Brunnen festlich geschmückt. Etwa der barocke Neptunbrunnen am Grünen Markt, von den Einheimischen „Goblmoo“ genannt, verwandelt sich rund um den Palmsonntag in einen Osterbrunnen und wird dabei mit hunderten bunten Ostereiern dekoriert. Von hier aus lohnt sich der Spaziergang hinauf zum Kloster Michelsberg. Oben angekommen genießt du einen herrlichen Panoramablick über die Stadt. Dort oben stehen ebenfalls Magnolien beim alten Spital.

Bamberg ist nicht nur etwas fürs Auge, sondern auch kulinarisch reizvoll: Im Frühling haben die Bierkeller wieder geöffnet. Wie wäre es nach dem Blüten-Schauen mit einem Rauchbier im Spezial-Keller, unter (noch unbelaubten) Kastanien mit Blick über Bamberg?

Bamberg ist Teil des UNESCO-Weltkulturerbes und wartet nur darauf, von dir entdeckt zu werden. Mit...

Duftendes Magnolienmeer in Aschaffenburg, lilafarbenes Krokusfeld im Allgäu und zartrosa Kirschblüten in Würzburg – der bayerische Frühling zeigt sich von seiner schönsten Seite. Und das Beste: All diese Naturwunder erreichst du ganz entspannt mit der Bahn. Also: Rucksack packen, Kamera nicht vergessen und los geht’s! Der Frühling wartet!

FAQ

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Wo blühen in Bayern im Frühling die Magnolien am schönsten?

Die schönsten Magnolien findest du im Park Schöntal in Aschaffenburg (größter Magnolienhain Bayerns) und in Bamberg am Schillerplatz sowie am Michelsberg.

Wann und wo blühen in Bayern die Krokusse?

Ein beeindruckendes Krokus-Blütenmeer findest du Ende März bis Mitte April rund um das Hündle bei Oberstaufen im Allgäu. Über eine Million Wildkrokusse verwandeln die Bergwiesen in einen leuchtenden Teppich.

Welche Parks oder Gärten in Bayern lohnen sich im Frühjahr besonders?

Empfehlenswert sind die Weihenstephaner Gärten in Freising (von März bis Mai) und der Hofgarten der Würzburger Residenz (Anfang/Mitte April, Kirschblüte).

Gibt es einen Geheimtipp für Frühlingsausflüge in Bayern?

Ein Geheimtipp sind die japanischen Zierkirschen in einem abgelegenen Teil der Weihenstephaner Gärten in Freising sowie die Magnolienvielfalt in Bamberg, die abseits der Hauptrouten oft wenig besucht sind.