Rund um Bad Wörishofen
Eine vielfältige Radtour mit guten Aussichten
Bad Wörishofen
6 h
47 km
Aussichten und Einblicke bietet diese ausgiebige Radtour, die ein bisschen Kondition erfordert, dafür aber auch immer wieder Höhe- und Ruhepunkte bietet. Die Radelnden besuchen barocke Kirchenbauten und einen im Mittelalter errichteten Römerturm. Von dort schweift der Blick in die Ferne bis zu den Allgäuer Alpen und dem Karwendel. Bei einem besonderen Waldspaziergang lernen die Interessierten, genauer hinzusehen, und entdecken dabei vielleicht den einen oder anderen heimischen Vogel. Die Sonntagsfrage dieser Tour: Was wählen – die ehemalige Amtsstube einer Burg oder den Braugasthof eines Klosters für die Einkehr?
Eine Radtour für Naturliebhaber, Kulturliebhaber, Entdecker und Geniesser
Entspannt anreisen und Leihräder bei den Vermietern vor Ort nutzen. Die Kapazitäten für die Fahrradmitnahme in den Züge sind begrenzt und eine Mitnahme des eigenen Rads kann je nach Auslastung nicht garantiert werden.
Start- und Endbahnhof
Startbahnhof
Bahnhof Bad Wörishofen
6 Tourstationen
47 km / 6 Stunden
Endbahnhof
Bahnhof Bad Wörishofen
Unser Tipp: Bitte prüfe vor Fahrtantritt Deine Zugverbindung und die erwartete Auslastung.
Ablaufplan
Tourstart am Bahnhof Bad Wörishofen
Wegbeschreibung
DB Fahrradservice Bhf. Wörishofen
Am Bahnhof Bad Wörishofen befinden sich Fahrradstellplätze in unmittelbarer Nähe des Bahnhofes.
Bahnhofplatz 1
86825
Bad Wörishofen
Wegbeschreibung
Nur wenige Schritte vom Bahnhof Bad Wörishofen entfernt, in der Rosenstraße, befindet sich der Fahrradladen Osswald. Dort können Tourenräder sowohl mit klassischem Antrieb als auch als E-Bike ausgeliehen werden.
Fahrrad Osswald
Fahrrad Osswald bietet eine große Vielfalt an Rädern und Zubehör an: neu und gebraucht, zum Verkauf und zum Ausleihen, für einen Tag, ein Wochenende oder eine ganze Woche. Natürlich gehört auch eine Reparaturwerkstatt dazu, und so sind die Tourenbikes, die in verschiedenen Größen und mit oder ohne E-Antrieb zu bekommen sind, immer perfekt gewartet.
Rosenstraße 1
86825
Bad Wörishofen
- Montag: 09:00 - 12:30 und 15:00 - 18:00 Uhr
- Dienstag: 09:00 - 12:30 und 15:00 - 18:00 Uhr
- Donnerstag: 09:00 - 12:30 und 15:00 - 18:00 Uhr
- Freitag: 09:00 - 12:30 und 15:00 - 18:00 Uhr
- Samstag: 09:00 - 12:30 Uhr
Wegbeschreibung
Jetzt beginnt die Etappe am Bahnhof vorbei in Richtung Süden über Bahnhof- und Hauptstraße. Ein kleiner Schlenker nach links eröffnet den Blick auf die erste öffentliche Männerbadeanstalt aus dem Jahr 1888. Von der Hauptstraße führt der Weg rechts in die Obere Mühlstraße, vorbei an einem kleinen Park mit altem Obstgarten, Natur-Wassertretanlage und mehreren Kunstwerken. Am südlichen Stadtrand fällt der Eichenhain ins Auge, mit den markanten Nadeln der Wandertrilogie Allgäu; auch der nahegelegene Waldsee bietet sich als Abstecher an.
Weiter verläuft die Route durch abwechslungsreiche Natur auf dem Zusam-Radweg über Untergammenried, Großried und Baisweil bis nach Eggenthal. Dort lohnt sich ein kurzer Abstecher auf die Anhöhe zur Marien-Seelenkapelle.
Marien-Seelenkapelle Eggenthal
Die erste Idee für eine Kapelle an dieser Stelle hatten Kinder. Nachdem 1628 auf der Anhöhe ein Pestfriedhof angelegt worden war, erbauten sie im Jahr 1645 mit der Hilfe eines Zimmerers eine bescheidene Kapelle aus Holz. Sie sollte drei Jahrzehnte halten und dann 1683 erstmals durch einen Steinbau ersetzt werden. Die heutige barocke Pracht der Kapelle stammt von der Wende zum 18. Jahrhundert, die Deckenmalereien folgten ein halbes Jahrhundert später im Jahr 1758. Das hinter Bäumen verdeckte Bauwerk ist seit dem 17. Jahrhundert Wallfahrtsort und das Wahrzeichen des Ortes Eggenthal.
Am Kapellenberg
87653
Eggenthal
Wegbeschreibung
Die nächste Etappe führt weiter in südlicher Richtung und verläuft dabei leicht wellig mit einigen An- und Abstiegen. Die Strecke führt durch Blöcktach und Friesenried und erreicht bei Aschthal den Vogellehrpfad. In der Nähe des höchsten Punktes der Tour bietet sich eine Pause an, verbunden mit einem kurzen, lehrreichen Waldspaziergang.
Vogellehrpfad Friesenried
Wer schon immer einmal Vögel ganz in Ruhe aus der Nähe betrachten wollte, ist hier genau richtig. In Schaukästen entlang dieses Lehrpfades sind lebensgetreue Nachbildungen aus Ton zu sehen, die es leichter machen, heimische Vögel auch in der umliegenden Natur erkennen zu können. Die Schautafeln auf dem 4,5 Kilometer langen Rundweg erzählen mehr zu den einzelnen Arten.
In einer Insektenlehmwand brüten heimische Wildbienen, ein Hörtrichter fängt die Stille des Waldes ein, und der Holzpavillon im Herzen des Lehrpfades lädt nicht nur zum Picknick ein. Hier gibt es die Möglichkeit, in das Innere von Vogelnistkästen zu schauen und das Familienleben der Vögel zu beobachten, ohne sie zu stören. Sind gerade alle ausgeflogen, zeigt eine Eier- und Nesterausstelllung die Vielfalt der Natur.
Ob groß oder klein, wer mag und einen Stift dabei hat, nimmt sich gleich zu Beginn das Vogelquiz mit oder lädt es sich als pdf-Datei herunter.
Wegbeschreibung
Weiter geht es auf der Straße Richtung Oberbeuren. Nach wenigen hundert Metern erfolgt der Abzweig nach links nach Großkemnat. Auf diesem Streckenabschnitt liegt der nächste Lehrpfad: Via Aqua, ein Themenweg rund um Wald und Trinkwasser.
Bei Durst oder Hunger bietet sich eine Einkehr im Café Burgstüble an. Im ehemaligen Amtshaus der Burg Kemnat erwartet ein rustikal-historisches Ambiente mit Biergarten sowie kalten und warmen Brotzeiten, Kuchen und passenden Getränken.
Café Burgstüble
Beim Römerturm 15
87600 Kaufbeuren
083419614961
Öffnungszeiten: samstags und sonntags von 14 bis 17 Uhr (vor dem Besuch empfiehlt sich eine aktuelle Prüfung der Öffnungszeiten sowie gegebenenfalls eine Reservierung).
Ein weiterer Höhepunkt der Tour ist der Römerturm, der ebenso wie das ehemalige Amtshaus zur Burgruine Kemnat gehört.
Römerturm der Burg Kemnat
Der Name „Römerturm“ ist irreführend. Der hochmittelalterliche Bergfried wurde nicht etwa von den Römern gebaut, sondern von zwei Dienstmannen des Grafen von Ronsberg mit den klingenden Namen Volkmar und Markward von Apfeltrang.
Der Turm gehört zu der 1185 erbauten Burg Kemnat, einer von nur wenigen Burgen im Allgäu, die im Bauernkrieg 1525 nicht eingenommen wurden. Neben dem Bergfried und dem Amtshaus ist heute noch der 20 Meter östlich gelegene Burgbrunnen erhalten mit einer Tiefe von 24 Metern. Die übrigen Gebäude der Burganlage wurden im 19. Jahrhundert, die baufällige Burgschänke schließlich 1978 abgebrochen.
Vom Turm aus lässt sich die gesamte Region überblicken. Eine ausführliche Panoramatafel bietet Orientierung bei der Aussicht auf die gesamte Alpenkette vom Karwendelgebirge bis zu den Allgäuer Alpen.
Beim Römerturm 15
87600
Kaufbeuren
Wegbeschreibung
Auf dieser Etappe rollt es weitgehend bergab und auf dem Zusam-Radweg über Kleinkemnat straff nach Norden bis Irsee. Dort erwartet uns eine Klosterkirche, deren Ursprünge in die Zeit des eben besichtigten Römerturms fällt.
Klosterkirche Irsee/Pfarrkirche St. Peter und Paul
Im Jahr 1182 bauten die Eremiten der Einsiedelei im Eiberger Wald auf dem Eiberg zunächst eine Kapelle. Im Tal war die Wasserversorgung allerdings weniger schwierig, und so ließen sich die Benediktiner ab 1187 im Tal nieder, wo auch heute noch das Kloster Irsee steht. Am 3. Mai 1195 weihte der Bischof Udalschalk von Augsburg die dort neu errichtete Kirche und die Kapelle, die bald eine begehrte Begräbnisstätte für die Wohltäter des Klosters wurde.
Die mittelalterliche Basilika wurde 1525 im Bauernkrieg zerstört, bis 1534 aber wieder aufgebaut. Krieg und Plünderungen setzten der Region und dem Kloster zu. Der baufällige Kirchturm des Gebäudes stürzte 1699 ein, der Chor war zerstört. Der sofort begonnene Nachfolgebau im barocken Stil konnte schon 1704 fertiggestellt werden. Ein Jahrhundert später wurde das Kloster im Zuge der Säkularisation aufgehoben und die ehemalige Klosterkirche zur katholischen Pfarrkirche St. Peter und Paul.
Für einen Besuch ist die prachtvoll ausgestattete barocke Klosterkirche tagsüber geöffnet.
Über das Pfarrbüro ist eine Anmeldung möglich für Führungen in der Klosterkirche.
Dauer der Führung ca. 30 Minuten
Klosterring 8
87660
Irsee
- Dienstag: 08:00 - 11:00 und 17:00 - 19:00 Uhr
Tourende am Bahnhof Bad Wörishofen
Wegbeschreibung
Vor dem Rückweg besteht die Möglichkeit zur Einkehr in der Klosterbrauerei, in der seit mehr als 800 Jahren urbelassenes und unfiltriertes Bier gebraut wird. Im Klostergasthof werden bayerisch-allgäuische Gerichte angeboten, zubereitet mit Zutaten aus eigener Herstellung sowie von regionalen Bauern. Ebenfalls möglich ist ein Besuch des Biermuseums.
Irseer Klosterbräu
Klosterring 1-3, 87660 Irsee,
Tel. 08341 432200,
www.irsee.com
Anschließend führt die Route hinunter zur Wertach und folgt dem Flusslauf bis nach Schlingen. Über den Bäderradweg oder die Radrunde Allgäu verläuft die Strecke weiter zurück nach Bad Wörishofen.