So macht Wandern Kindern Spaß

Was muss in den Rucksack, worauf muss man bei der Wegzeit achten und wo sind geeignete Wege? Gemeinsam mit dem Deutschen Alpenverein haben wir gute Tipps und drei kinderfreundliche Touren gesammelt.

Schöner Tag heute, herrliche Sicht. Jetzt einfach die Wanderstiefel anziehen und los geht’s? Wenn Kinder mitgehen, sollten Sie vorher abklären, ob genügend Spaß und Abwechslung geboten sind. Ein Experte vom Deutschen Alpenverein nennt Tipps und kindgerechte Wanderwege.

1. Betrachten Sie die Strecke mit Kinderaugen

Falls Ihr Kind noch im Kinderwagen oder in der Trage ist, können Sie einigermaßen selbst entscheiden, wann Sie Rast machen wollen. „Soll der Nachwuchs allerdings selbst laufen, ist es wichtig, dass man auf der Strecke oft Pause machen kann, und dass sie weder zu steil ist noch zu sehr abfällt“, empfiehlt Martin Lehmann, Mitarbeiter im Alpinprogramm des Deutschen Alpenvereins und selbst Vater von zwei Kindern. Das beste Mittel, um die Wanderlust zu steigern, sind andere Kinder, die noch mitgehen. Wenn Sie im Freundeskreis keine Bergfans mit Kindern haben, sind vielleicht die Familiengruppen in den Sektionen des Deutschen Alpenvereins eine lohnende Anlaufstelle. Sie organisieren das ganze Jahr über Tages- und Wochenendausflüge für Familien.

2. Verwandeln Sie den Wanderweg in einen Erlebnisspielplatz

Damit die Kinder ihren Spaß haben, empfiehlt Martin Lehmann vom Deutschen Alpenverein: „Am besten sucht man sich Wege aus, auf denen es Abenteuer für Kinder gibt. Beispielsweise Bäche, Schluchten, Almen oder Höhlen.“ In den Büchern „Die schönsten Erlebnistouren für Zwergerl“ (J. Berg Verlag), die es für viele Bayerische Gegenden gibt, finden sich viele tolle Vorschläge. Ist weder ein Buch noch ein Bach vorhanden, hilft die Fantasie weiter. Fragen Sie Ihr Kind, ob es den Namen des Insekts dort vorne auf der Blume kennt. Oder machen Sie mit Tannenzapfen eine kleine Schlacht. Immer gut ist eine Schatzsuche, bei der Sie ein Stück vorausgehen und Kostbarkeiten fallen lassen, die Ihre Kinder suchen müssen.

3. Kalkulieren Sie vorher die Wegzeit

Wenn man mit Kindern wandert, dauert alles ein bisschen länger. Als Kalkulationshilfe empfiehlt Martin Lehmann, die reguläre Dauer, die man alleine brauchen würde, mit 1,5 zu multiplizieren. „Das entspricht ungefähr der Gehzeit mit Kindern.“ Gleichzeitig empfiehlt er: „Planen Sie viel Zeit für Spielpausen ein und gehen Sie mit Kindern im Kindergartenalter pro Tag nicht mehr als drei oder vier Stunden inklusive Pausen.“

4. Packen Sie Spielzeug in den Wanderrucksack

Ein paar Lieblingsspielsachen sind wichtig, damit der Nachwuchs sich während der Pausen beschäftigen kann. Das Fernglas und die Lupe gehören auch unbedingt mit, um Käfer zu begutachten oder scheue Eichhörnchen und spannende Vögel zu beobachten. Weitere Dinge, die laut Martin Lehmann in keinem Wanderrucksack fehlen sollten: Viel zu trinken, Knabbereien, ein Schnitzmesser, ein paar Ersatzklamotten, eine Mütze oder ein Stirnband (auch im Sommer), Sonnenschutz und Erste-Hilfe-Utensilien.

5. Checken Sie die Abbruchmöglichkeiten

Höhenmeter und atemberaubende Bergblicke interessieren Kinder einfach noch nicht. Und trotz Aussichtsturm, Moorlandschaft und Bächen kann irgendwann die Stimmung komplett kippen. Manchmal hilft es, den Kindern die Aufgabe zu geben, nach dem richtigen Weg zu suchen. Manchmal nicht. „Deshalb muss der Wanderweg Abbruchmöglichkeiten haben, damit die Tour notfalls unterbrochen werden kann“, rät der Experte vom Deutschen Alpenverein. Das kann beispielsweise eine Abkürzung zum Zielort sein oder ein Bahnhof auf halber Wegstrecke, von dem man mit dem Zug zurückfahren kann.

Drei schöne Familien-Routen in Bayern

Hier sind Wanderwege, auf denen der Spaß für kleine Menschen garantiert ist. Entdecken Sie mit Ihren Kindern eine rasante Sommerrodelbahn und spannende Erlebnisstationen.

Die Kuhfluchtwasserfälle liegen unweit der Zugspitze und sind eine Gruppe von drei Wasserfällen. Zu ihnen gelangt man über den Walderlebnispfad Farchant. Los geht’s am Bahnhof in Farchant, von dort folgt man der Loisach bis zum Parkplatz des Warmfreibads Werdenfels, wo die Wanderung beginnt. Der Weg führt durch Waldstücke und über Almwiesen vorbei an zahlreichen Erlebnisstationen. An einer Grube können die Besucher ausprobieren, ob sie es mit Hasen und Rehen im Weitsprung aufnehmen könnten. Deren Sprungweiten sind auf Tafeln zum Vergleich eingezeichnet. Dazu gibt es einen Barfußpfad und ein Kneippbecken. Weiter geht’s auf dem Königsweg. Hier genießt man einen tollen Blick auf die Wasserfälle.

Dauer der Wanderung: ca. 2,5 Stunden. Bahnhof: Farchant

Die Schleifmühlenklamm bei Unterammergau führt durch einen Bergwald über Stufen und Stege an der Klamm entlang zu den historischen Schleifmühlen. Dort schliffen die Wetzsteinschleifer früher Werkzeuge aus Natursteinen. Wanderer passieren unterwegs sieben Erlebnis- und Infostationen. Beim Baumtelefon lernen die Kinder, wie gut ein Holzstamm Schall leiten kann und Infotafeln erzählen die Geschichte der Alpenentstehung. Am Ende der Wanderung wartet oben auf der Streckenbergalm von Mai bis Oktober eine Sommerrodelbahn auf alle Kinder ab acht Jahren. Bei einem Gefälle von bis zu 20 Prozent geht es auf der 650 Meter langen Bahn rasant hinunter durch drei Tunnel und neun Steilkurven.
Den Eingang der Klamm erreicht man vom Bahnhof Unterammergau zu Fuß über die Pürschlingstraße in einer Viertelstunde.

Dauer der Wanderung: ca. 4,5 Stunden. Bahnhof: Unterammergau

Die Leutaschklamm liegt bei Mittenwald im Grenzgebiet von Bayern und Tirol und ist mit 1640 Metern die längste Klamm der Kalkalpen. Auf Metallstegen und Plattformen laufen die Besucher auf dem Koboldpfad in luftiger Höhe durch die Schlucht. An manchen Stellen ist die Klamm bis zu 75 Meter tief. Angst braucht deswegen aber niemand zu haben. Halten Sie lieber nach dem Klammgeist und seinen Kobolden Ausschau, die hier ihr Unwesen treiben. Auf Infotafeln erfährt man alles über die Legende um den sagenhaften Klammbewohner. Wer Augen und Ohren offenhält, kann ihn und seine Gehilfen vielleicht sogar sehen. Auf dem Weg wurde sogar ein Spiegelkabinett errichtet, mit dem man dank der Sonnenstrahlen auch die dunkelsten Felsspalten nach ihm absuchen kann. Der Ausgangspunkt für die Wanderung ist die Straße Am Köberl in Mittenwald. Diese erreicht man vom Bahnhof über die Bahnhofstraße und die Karwendelstraße zu Fuß in 15 Minuten.

Dauer der Wanderung: ca. 2,5 Stunden. Bahnhof: Mittenwald

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